Wenn Spielen zum Problem wird – Suchthilfe Aachen beteiligt sich am bundesweiten ‚Aktionstag Glücksspielsucht‘

Montag, 18. September 2017 9:25

Anlässlich des deutschlandweiten „Aktionstag Glückspielsucht“ am 27. September 2017 beteiligt sich die Suchthilfe Aachen mit der Fortbildung „Spielen ist nicht gleich spielen“. Im Rahmen der Schulung für Multiplikatoren von 14 bis 17 Uhr wird einerseits die problematische Nutzung von Automatenspiel, Poker und Sportwetten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen thematisiert. Andererseits werden Unterschiede zu Internetspielen erläutert. Die Fortbildungsgebühr beträgt 25 Euro. Es sind noch Plätze frei, Anmeldeschluss ist Donnerstag, der 21. September 2017.

Spielen ist nicht gleich spielen
„Immer wieder werden wir gefragt, ob Glücksspielsucht und Internetsucht nicht ein und dasselbe sind“, erklärt Kristina Latz, Suchttherapeutin bei der Suchthilfe Aachen. „In der Fortbildung wollen wir daher auf Gemeinsamkeiten zum Beispiel im Bereich der Suchtkriterien, aber vor allem auf die Unterschiede hinweisen.“ Während beim Glücksspiel der Zufall über einen möglichen Gewinn entscheidet und der finanzielle Verlust zum Problem wird, geht es bei der PC- und Onlinesucht um Internetspiele, Unterhaltung, Kommunikation und das ziellose Surfen. Hier wird meistens die Zeit zum Problem, die für Medien eingesetzt wird und nicht mehr für Schule, Studium, Arbeit oder Familie – kurz für den Alltag. [… weiterlesen]

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Designmarkt im Troddwar am Kaiserplatz – Zwei Welten treffen aufeinander

Freitag, 15. September 2017 8:03

Die niedrigschwellige Einrichtung „Troddwar – Kontakt.Netzwerk.Niedrigschwellig.“ der Suchthilfe Aachen am Kaiserplatz öffnet erneut ihre Türen. Diesmal für einen Nachtmarkt am Freitag, den 22.September 2017 von 18 bis 24 Uhr. „Regelmäßig öffnen wir das Troddwar als Eventort – in den letzten Jahren zum Beispiel für eine Lesung, einen Poetry Slam und jetzt mit einem Designmarkt. Unser Ziel ist es, mit Vorurteilen und Vorbehalten gegenüber unserer Arbeit aufzuräumen“, erklärt Mark Krznaric, Einrichtungsleiter.

Designinteressierte, Neugierige, Nachbarn und Nachtschwärmer sind herzlich eingeladen, durch die Kunst- und Designwaren von 13 Ausstellern zu stöbern. Jeder dieser Kreativen bekommt dafür einen Stand mit einem Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Auf die Besucher warten Kleidung, Kinderbilder, Handtaschen, Kunstdrucke, Turnbeutel etc.

Für das leibliche Wohl sorgen die zwei Köche von Mof Mof, bekannt aus dem „Hotel Total“. Für gute Laune sorgt die Musik von DJane Chew Chew. Der Eintritt ist frei.

Designmarkt am Freitag, 22.09.2017, 18 bis 24 Uhr:
Troddwar – Kontakt. Netzwerk. Niedrigschwellig., Kaiserplatz 15-18, 52062 Aachen; Tel.: 0241/980910-3; Krznaric {at} suchthilfe-aachen(.)de, www.suchthilfe-aachen.de, http://blog.suchthilfe-aachen.de, https://de-de.facebook.com/troddwar/

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Peerkonzepte zur Suchtprävention: Unterricht auf Augenhöhe

Freitag, 8. September 2017 8:34

GruppenfindungRegelmäßig bildet die Fachstelle für Suchtprävention der Suchthilfe Aachen Schüler von Gymnasien oder Berufkollegs zu sogenannten ‚Peers‘ aus. Diese klären im Anschluss ihre Mitschüler zu Themen der Suchtprävention auf. Der englische Begriff ‚Peers‘ steht dabei für ‚Gleichaltrige‘ oder ‚Gleichgesinnte‘. „Die Erfahrung zeigt, dass es jüngeren Schülern leichter fällt, mit anderen Teenagern über Sucht und Drogen zu sprechen als mit Lehrern oder uns Erwachsenen aus der Beratungsstelle. Ihre Botschaften werden eher angenommen und umgesetzt“, erklärt Yvonne Michel, Fachkraft für Suchtprävention, die Konzeptidee. Ein langjähriger Partner ist die Viktoriaschule Aachen. Jedes Jahr werden hier ca. 25 neue Schüler aus der Jahrgangsstufe 10 von ihren Beratungslehrern ausgewählt und angefragt, ob sie als Peers eingesetzt werden möchten.

Informationen durch Gleichaltrige wirken
Ihre Aufgabe ist es, in einer Projektwoche kurz vor den Sommerferien mit ihren Mitschülern der Jahrgangsstufen sechs bis neun zu verschiedenen Themen zu arbeiten. „Um die Peers nicht zu überfordern, teilen wir die Klassen. Jede Klassenhälfte wird dann von einem Peer-Tandem besucht“, erklärt Heiko Kleinfeld, Beratungslehrer an der Schule, den Ablauf. Sein Kollege Andreas Kramer ergänzt: „Hier gestalten sie einzelne Stunden mit Spielen, Übungen, Gesprächsrunden oder Kurzvorträgen zu Computer und Internet, Rauchen, Essstörungen, Cannabis oder Alkohol.“ [… weiterlesen]

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Feuervogel mit neuer Adresse

Mittwoch, 30. August 2017 8:31

Nach acht erlebnisreichen und lebendigen Jahren in der Heinrichsallee 33 zieht unsere Einrichtung „Feuervogel- Hilfen für Kinder suchtkranker Eltern“ der Suchthilfe Aachen in ein neues Zuhause. Ab dem 01. September 2017 lautet unsere neue Anschrift:
Feuervogel – Hilfen für Kinder suchtkranker Eltern
Monheimsallee 71
52062 Aachen
Tel.:     0241-41360840
Fax.:   0241-41360842

Wir freuen uns, feuervogel-grKinder und Jugendliche, Eltern, Kooperationspartner, Nachbarn und Interessierte dort zu begrüßen.

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Selbstverletzendes Verhalten bei Mädchen

Freitag, 25. August 2017 8:52

Rund 20 Prozent der Jugendlichen entwickeln in der Pubertät, die als eine Zeit von Krisen und Gefährdungen gilt, psychische Störungen. Zehn Prozent sind so ausgeprägt, dass sie behandelt werden müssen. Dabei sind die Ausprägungen bei Mädchen und Jungen verschieden: Jungen neigen dazu, Regeln zu missachten, Mädchen tendieren zu Depressionen, Ängsten, Selbstverletzungen oder Essstörungen. Jungs machen also eher den Schulhof zum Kampfplatz, Mädchen sich selbst und den eigenen Körper. Dieses Störungsbild kommt bei Mädchen zu 80 Prozent vor, das Verhältnis im Vergleich zu den Jungs beträgt 4:1. 80 Prozent der Jungen werden dafür im Kindesalter wegen sozialer Störungen vorgestellt. In der Pubertät kehrt sich dann das Verhältnis um und Mädchen werden wegen Depressionen, Selbstverletzendes Verhalten oder Essstörungen auffällig.

Aber woran liegt das?
In einem Interviewt mit den Aachener Nachrichten erklärt Hans Hopf, analytischer Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut, einige Thesen dazu:

  • Mädchen können mehr aushalten und besitzen in der Regel ein gefestigtes Gewissen. Dafür verantwortlich ist maßgeblich die enge Bindung zwischen Mutter und Tochter und das Phänomen, dass Babymädchen und Mutter sich stark aneinander orientieren und sich aufeinander einstellen. Dies fördert eine frühe Empathieentwicklung bei Mädchen. Mädchen können sich also besser als Jungs in andere einfühlen, sind dadurch aber auch leichter emotional auszubeuten und seelisch verletzbarer.
  • Die Sozialisation vieler Mädchen ist durch eine enorme Verhaltenshemmung und Kontrolle geprägt. Mädchen unterdrücken also eher ihre spontanen Impulse und ihr Temperament stärker als gleichaltrige Jungen. Erwachsene, wie Eltern und Lehrer, regulieren das Verhalten und die Emotionen von Mädchen auch stärker als bei Jungen. Daher haben Mädchen in der Regel auch ein gut gefestigtes Gewissen, können höhere Leistungen erbringen und befähigt sie, Spannungen und Gefühle besser zu ertragen. Sie sind mit ihren psychischen Ausstattungen – Empathie, Durchhaltevermögen und Zuverlässigkeit – den Jungs oft weit überlegen. Was jetzt vielleicht als Kompetenz wirkt, kann aber eben auch problematisch werden, wenn dieses Gewissen zu streng und kontrollierend wird. Schuld, Scham und die Angst vor Liebesverlust können bei Mädchen und Frauen die Ich-Durchsetzung hemmen. Die Folge: In diesem Fall lernen Mädchen Aggressionen nach innen zu wenden und versuchen, ihren Körper zu zerstören. Die Symptome können dann selbstverletzendes Verhalten oder eine lebensbedrohliche Essstörung sein.

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