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Wenn Fluchterfahrung anfällig für Alkoholmissbrauch macht

Dienstag, 12. Dezember 2017 14:28

In den Jahren 2015 und 2016 wurden in Deutschland etwa 1,1 Millionen Asylanträge gestellt. Für viele Schutzsuchende ist der alltägliche und offene Umgang mit Alkohol hierzulande ungewohnt. Kommen traumatische Flucht- oder Kriegserfahrungen, die Trennung von der Familie und Sprachbarrieren in einer fremden Umgebung hinzu, droht gerade bei jüngeren Flüchtlingen das Risiko eines Substanzmissbrauchs. Vor welchen Herausforderungen steht die Alkoholprävention damit? Dieser Frage widmet sich die aktuelle Ausgabe des Newsletters ALKOHOLSPIEGEL der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

„Vor allem für viele jüngere Flüchtlinge ist es neu, dass sie hierzulande ab einem gesetzlich festgelegten Alter alkoholische Getränke kaufen und öffentlich konsumieren dürfen“, erläutert Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA. „Den Umgang mit Alkohol haben sie in der Regel in ihren Heimatländern nicht erlernen können – gleichzeitig ist die Neugier, ihn auszuprobieren, bei vielen groß. Daher ist es wichtig, sie auf die Risiken des Alkoholkonsums aufmerksam zu machen. Hierzu sind kultursensible Angebote erforderlich, wie fremdsprachliche Informationsmaterialien, die über einen verantwortlichen Umgang mit Alkohol aufklären.“ So hat die BZgA zusammen mit der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) eine neue Broschüre auf Arabisch und Englisch erstellt. Auch die BZgA-Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“, die sich an junge Menschen im Alter von 16 bis 20 Jahren richtet, hat ihr Online-Angebot um englischsprachige Informationen erweitert.

 

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10. Herbstfortbildung: Migration – Trauma – Sucht

Mittwoch, 29. November 2017 18:54

Unter den Flüchtlingen, die in den zurückliegenden Jahren Deutschland erreicht haben, findet sich eine nennenswerte Gruppe von Menschen mit 

  • riskantem,
  • schädlichem oder
  • abhängigem Konsummuster von psychoaktiven Substanzen.

Dies betrifft nach unserer Beobachtung sämtliche gebräuchliche legale wie illegale Substanzen. Die Gründe hierfür sind sehr verschieden: So neigen einige Flüchtlinge vielleicht zu einem problematischen Gebrauch von Alkohol, weil sie aus kulturellen und/oder religiösen Gründen den Um-gang mit dieser Substanz nicht gelernt haben und mit dem leichten Zugang zum Alkohol nicht umgehen können. Gerade Flüchtlinge aus Vorder- und Mittelasien, stammen vielfach aus Herkunftsländern, in denen der Opioidgebrauch kulturell akzeptiert oder toleriert ist. So erhalten in Afghanistan die Menschen nicht selten bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter mit Opium gegen Durchfall und Husten. Auch im Iran wird traditionell bei Schmerzen oder als Einschlafhilfe Opium konsumiert. Andere haben den Konsum von Amphetaminen und anderen Stimulanzien als aufputschende Kriegsdrogen in regulären oder irregulären militärischen Verbänden kennengelernt.
Aus den großen deutschen Städten und Ballungsregionen – wie Köln, Frankfurt, Hamburg und Berlin – erkennt man schon jetzt eine Zunahme von Anfragen zur Beratung und Behandlung von Flüchtlingen mit Substanzstörungen unterschiedlicher Art und Ausprägung. Exakte Zahlen liegen jedoch noch nicht vor. Diese Städte sind uns meist etwas voraus, sodass sich hieraus aber vielleicht schon jetzt die für uns zu erwartenden Herausforderungen ableiten lassen. Diesen wollten wir uns mit der diesjährigen Herbstfortbildung unter dem „Sicherheit finden: Migration – Trauma – Sucht; Eine Herausforderung (nicht nur) für die Suchthilfe“ widmen.

In diesem Blogbeitrag stellen wir Ihnen alle Vorträge, die Tagungsmappe, weitere Informationen sowie Bilder zur Veranstaltung zur Verfügung.

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Wir sagen Danke

Dienstag, 21. November 2017 13:41

Spendenübergabe_BBBank_1Seit 2007 verzichten die Mitarbeitenden der BBBank eG auf Weihnachtspräsente und spenden diese Gelder stattdessen zugunsten sozialer Einrichtungen. Der Gesamtbetriebsrat bittet die Mitarbeitenden darum, Spendeneinrichtungen vorzuschlagen. Diesmal fiel die Wahl auf unser Projekt „Querbeet“ der Suchthilfe Aachen. Frau Nina Schleipen von der BBBank hat uns kürzlich einen Scheck in Höhe von 1000,- Euro überreicht. Wir haben uns sehr gefreut und sagen „Herzlichen Dank“.

Querbeet – sinnvoll und schön
Sucht hat viele Facetten. Wir sind da für die Menschen mit Suchterkrankungen. Diejenigen, die seit langer Zeit von illegalen Drogen abhängig sind, haben es besonders schwer. Sie leben oft auf der Straße, werden von Passanten ängstlich beäugt, fühlen sich ausgegrenzt und hoffnungslos. Unser Projekt „Querbeet“ ist eine erfolgreiche Antwort:  Gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden pflegen die durch uns betreuten Menschen Grünanlagen in Aachen.  Für sie eine sinnvolle Tätigkeit, die dem Alltag eine Struktur gibt und für alle Bürger eine Augenweide.

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Spende für Querbeet

Mittwoch, 15. November 2017 12:21

received_10208016596372219Wir freuen uns über eine Spende in Höhe 500,- Euro für Querbeet. Diese wurde dem Leiter der Einrichtung Troddwar, Mark Krcznaric, am Freitag, den 10.11.2017 bei dem Festival „Hand in Hand“ im Franz überreicht.

Hand in Hand ist seit vielen Jahren das Motto von Markus Jussen, einem sehr engagierten Aachener Bürger, der bemüht ist, durch verschiedene Benefizaktionen Geld für soziale Projekte in Aachen. In diesem Jahr wird eine zweistellige Gesamtsumme erwartet, die an zwei Projekte der Caritas, dem Kinderschutzbund sowie Misereor geht.

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Nachtrag zum Austauschtreffen Suchtprävention

Dienstag, 14. November 2017 14:08

Gestern fand das Austauschtreffen für an suchtpräventiven Themen Interessierte statt. Die Teilnehmenden hatten sich beim letzten Treffen das Thema „soziale Kompetenzen und Schutzfaktoren bei Kindern und Jugendlichen“ gewünscht, was wir nun gerne aufgegriffen haben.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde haben wir mit einem Speeddating zu folgenden Fragen begonnen:

  • Welche sozialen Kompetenzen erscheinen Ihnen besonders wichtig, um Kinder stark zu machen und einer Sucht vorzubeugen?
  • Wie gestärkt und geschützt erscheint Ihnen Ihre Zielgruppe?
  • Welche Maßnahmen führt Ihre Institution durch, um soziale Kompetenzen bei den Kindern und Jugendlichen zu fördern?
  • Welche Fragen oder Diskussionspunkte bringen Sie für das heutige Thema mit?

AustauschtreffenIm Anschluss hielt die Suchtpräventionsfachkraft, Yvonne Michel, einen theoretischen Input zum Thema „Von Resilienz und anderen sozialen Kompetenzen – Was Kinder und Jugendliche brauchen, um stark zu werden“. Der Vortrag steht hier zum Nachlesen bereit. Es schloss sich eine Diskussion an, mit der Frage, wie soziale Kompetenzen und Resilienz im pädagogischen Alltag umgesetzt und trainiert werden könnte. Verschiedene Methoden, Haltungen und Ideen wurden dazu angesprochen. Eine Methode zum Perspektivwechsel mit verschiedenen Brillen und Aufträgen wurde auch mal angespielt. Die Methodenbeschreibung dazu finden Sie hier.

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